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Die Poesie der Linie

Cornelia Rost, ausgebildet an der Hochschule für Angewandte Kunst in Schneeberg, übersetzt Strukturen in faszinierende Werke aus Draht und Papier. Im Zentrum ihres künstlerischen Universums steht die Linie – in all ihren Erscheinungsformen. Ob gezeichnet, gedreht oder geschnitten, eröffnet sie ihr eine Vielzahl an faszinierenden Ausdrucksmöglichkeiten.

In ihren Zeichnungen verdichtet die Künstlerin sich wiederholende Strukturelemente zu Flächen oder schichtet sie zu frei schwebenden, abstrakten Gebilden übereinander. Die Linie fungiert hier als das absolut vorherrschende Gestaltungselement. Dichte und Krümmung der Linien suggerieren Höhen und Tiefen und erzeugen eine illusionäre Räumlichkeit.

Ihre Drahtobjekte verleihen der Linie Form: Aus winzigen, von der Künstlerin selbst gedrehten Spiralfedern entstehen entweder grafische Flächen oder organisch wirkende Gebilde, die an Korallen erinnern. Das einfallende Licht betont die feinen Strukturen und verleiht den Objekten durch die wechselnden Schattenwürfe eine faszinierende Lebendigkeit und Natürlichkeit, die den industriellen Charakter des Materials geschickt verschleiern.

In ihren Papierarbeiten schließlich vereinen sich gezeichnete und geschnittene Linien zu reliefartigen, dreidimensionalen Strukturen, die sich aus der Fläche erheben. Auch hier sind Licht und Schatten essenzielle Gestaltungselemente, die die Plastizität der Werke betonen.

Das Werk von Cornelia Rost ist eine Hommage an die Linie – sie lädt ein, die stille Poesie ihrer Strukturen immer wieder neu zu entdecken.